Konzept für Nachhaltige Entwicklung gefordert

Prof. Dr.-Ing. h.c. Albert AlbersWie geht es weiter mit der Finanzierung der Hochschullehre? Nachdem Hessen und Saarland die Studiengebühren wieder abgeschafft haben und in Nordrhein-Westfalen das Gleiche zum WS 2011/2012 geplant ist, fordert der Allgemeine Fakultätentag (AFT) Bund und Länder auf, jetzt zu handeln. Anja Schreiber sprach mit dem AFT-Präsidenten Prof. Dr.-lng. Dr. h.c. Albert Albers.

 

Wie schätzt der AFT die Finanzierung der Lehre nach der teilweisen Abschaffung der Studiengebühren ein?

Die Lehre ist schon seit langer Zeit chronisch unterfinanziert. Allein die umstrittenen Studiengebühren stellen bisher in vielen Hochschuletats gesicherte Einnahmen dar, die nicht von der jeweiligen Lage der Landeshaushalte abhängen, sondern in einem direktem Verhältnis zur Zahl der betreuten Studierenden stehen. Diese Gebühren haben bisher zu einer deutlichen Verbesserung der Lehre geführt. Fallen sie weg, wird sich das spürbar auswirken, da neu entwickelte Angebote und Betreuungsmöglichkeiten wegfallen. Wir befürchten zusätzlich, dass die Grundfinanzierung an den Hochschulen sich aufgrund der Haushaltslagen weiter verschlechtert.

Was fordert der AFT von der Politik?

Der Allgemeine Fakultätentag fordert sowohl den Bund als auch die Länder auf, Konzepte für eine nachhaltige Finanzierung der Lehre an den Hochschulen vorzulegen. Ist es in einzelnen Ländern der politische Wille, die Studiengebühren wieder abzuschaffen, so müssen diese Länder die wegfallende Finanzmittel kompensieren. Wird das versäumt, wird die Unterfinanzierung der Lehre an den Hochschulen weiter eskalieren. So sehr wir Impulse für die Lehre im Rahmen des Hochschulpakts begrüßen: An der Problematik der Grundausstattung ändern solche Aktivitäten leider nichts. Da müssen andere Maßnahmen ergriffen werden.

Was sollten die Hochschulen jetzt tun?

Die Universitäten fokussieren sich in den letzten Jahren - auch gezwungen durch die politischen und gesellschaftlichen "Mainstreams" - zunehmend auf die Forschung. Der Stellenwert der Lehre sinkt. So zählen bei der Bewertung von Professoren in erster Linie Veröffentlichungen und Drittmitteleinwerbungen und nicht das Engagement für die Lehre. Und hier muss sich etwas ändern! Was wir brauchen sind keine weiteren Lippenbekenntnisse und Lehrpreise, sondern die Erkenntnis von Seiten der Hochschulen und der Politik, wie notwendig die Stärkung der Ausstattung und die Verbesserung der Finanzierung der Lehre ist.

 

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